Bibliothek

Die Berliner Medizinische Gesellschaft besaß im Jahre 1935 etwa 25.000 eigene Bände, wozu noch die besonders geführte Virchow- und Lasser-Bibliothek mit etwa 14.000 Bänden und die Aufnahme mehrerer Büchereien medizinischer Vereine hinzukam. Hierzu gehörten der Verein für Innere Medizin und Kinderheilkunde, der Verein für Psychiatrie und Nervenheilkunde, die Gesellschaft für Urologie und eine nicht nur bloß Berlin umfassende Gesellschaft, die Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege. Auf diese Weise wurde die Bibliothek um etwa weitere 20.000 Bände vermehrt. Die Zahl der im Lesesaal ausliegenden Zeitschriften betrug 336. Zählt man noch die 38.000 Bände der deutschen Gesellschaft für Chirurgie hinzu, mit der das gegenseitige Gastrecht zunächst beibehalten wurde, so stand im Jahre 1913 den Mitgliedern der Gesellschaft eine Bibliothek von 106559 Nummern zur Verfügung. Bei der letzten Zählung im Jahre 1930 entfielen 30.026 Nummern allein auf den Bestand der BerlMedGes. Im Jahr 1931 entstand ein Katalog.

Im Jahr 1944 wurde die Bibliothek nach Boitzenburg ausgelagert und nach unbestätigten Zeugenberichten von dort mit russischen Militärlastwagen mit unbekanntem Ziel abtransportiert. Die BerlMeGes sieht es als eine Verpflichtung gegenüber der Wissenschaft an, nicht nachzulassen, die Bibliothek einst zurück zu erhalten. So traf sich im April 2007 eine deutsch-russische Kommission, die »deutsche und russische Pack- und Transportlisten« sichtete. Trotz einer guten Zusammenarbeit mit russischen Stellen konnte bisher nicht eruiert werden, an welchen Ort über Kaliningrad hinaus die Bibliothek ging.

Zu den Bibliotheksaufgaben zählte seit jeher auch die Bekanntgabe des Inhalts der Vorträge. Seit 1866 wurden regelmäßig eigene »Verhandlungen« herausgegeben, die nach dem ersten Heft in der Berliner Klinischen Wochenschrift abgedruckt wurden (52 Bände bis 1921). Die Bände 53 (1922) – 62 (1931) wurden in der Zeitschrift »Medizinische Klinik« veröffentlicht. Die Bände 63 (1932) – 73 (1942 = letzte Ausgabe) bestehen nur noch aus Sonderdrucken von Originalvorträgen ohne Geschäftsberichte und Mitgliederverzeichnisse, abgedruckt in der »Deutschen Medizinischen Wochenschrift«. Nach dem Wiederaufleben der Gesellschaft 1950 erschienen die Beiträge vorwiegend als kurze Autorenreferate im Berliner Ärzteblatt, der »Berliner Medizin« und anderen einschlägigen medizinischen Zeitschriften.

Von 2006 – 2009 wurden ausgewählte Vorträge aus den Sitzungen im Mitteilungsblatt der Gesellschaft »Berlin Medical« veröffentlicht. Seit dem 1.1.2010 kommen ausgewählte Sitzungsberichte und Mitteilungen in das „Journal der BerlMedGes“ dieser Homepage.