Titelblatt des Buches: Das Entstehen der modernen Medizin, ABW-Wissenschaftsverlag Berlin 2018.

Geschichte der Berliner Medizinischen Gesellschaft seit 1844

„Es muss endlich wieder einmal ein Punkt vorhanden sein, wo sich diese vielen Einzelinteressen und dieses endlose Einzelwissen sammelt, wo es ein gemeinsames wird, wo es verwerthet wird nach allen verschiedenen Richtungen, welche unsere Wissenschaft in so reichem Masse darbietet. … Wir repräsentiren ungefähr das, was anderswo eine Academie repräsentirt …“

[Virchow]

 

Am 31.10.1860 konstituierte sich die Berliner Medizinische Gesellschaft. Sie entstand durch den Zusammenschluss der

Gesellschaft für wissenschaftliche Medicin“ (5.12.1844) u. dem „Verein Berliner Ärzte“ (31.3.1858).

 In den Vorstand wurden v. Graefe, Langenbeck, Körte, Posner, Siegmund, Schweigger, Gurlt, Klein und Eppenstein gewählt. In §2 der originalen Satzung wurde der Zweck der Gesellschaft formuliert:

Die Berliner medicinische Gesellschaft hat den Zweck, wissenschaftliche Bestrebungen auf dem Gesamtgebiet der Medicin zu fördern, ein collegiales Verhältnis unter ihren Mitgliedern zu erhalten und die ärztlichen Standes-Interessen zu wahren“.

Die Berliner Medizinische Gesellschaft bildete seit ihrer Gründung das fachübergreifende Zentrum des medizinischen Lebens in Berlin mit weltweiter Ausstrahlung

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Wissenschaftliche Sitzungen

für die Zeit von 1860 bis 1935 sind um 5000 Vorträge und Demonstrationen in den „Verhandlungen der Berliner Medizinischen Gesellschaft“ dokumentiert. Über 900 Vorträge wurden von 1860 – 1935 ausgewertet von dem Geheimen Medizinalrat Dr. Otto Solbrig (Laschinski, G.; Roots, I.: Das Entstehen der modernen Medizin. Berlin 2018).

Weitere ausgewählte Veröffentlichungen ab 1935 sind unter dem Button „Bibliothek“ aufgeführt.

Albert von Graefe

Die Vorsitzenden der Berliner Medizinischen Gesellschaft

1860–1870 Albrecht von Graefe (Ophthalmologe)                             

1871–1882 Bernhard von Langenbeck (Chirurg)

1882–1902 Rudolf Virchow (Pathologe)

1902–1907 Ernst von Bergmann (Chirurg)

1907–1911 Hermann Senator (Internist)

1911–1922 Johannes Orth (Pathologe)

1922–1930 Friedrich Kraus (Internist)

1930–1933 Alfred Goldscheider (Internist)

1933–1938 Carl von Eicken (Otorhinolaryngologe)

1938–1941 Richard Siebeck (Internist)

1941–1945 Friedrich Umber (Internist)

Bernhard von Langenbeck

1950–1954 Wolfgang Heubner (Pharmakologe)

1954–1973 Hans Freiherr von Kress (Internist)                                  

1974–1981 Hans Herken (Pharmakologe)

1981–1994 Karl-Otto Habermehl (Virologe)

1994–1997 Ernst-Otto Riecken (Internist)

1997–2000 Heinz-Peter Schultheiss (Internist)

2000–2014 Helmut Hahn (Mikrobiologe)

2014-          Ivar Roots (Pharmakologe)

Alfred Goldscheider musste auf Anweisung des Preußischen Innenministeriums zurücktreten.
Friedrich Umber wurde nicht gewählt, sondern vom »Reichsgesundheitsführer« »eingeführt«

Rudolf Virchow

Die Albrecht-von-Graefe-Medaille

Seit 1980 wird die Albrecht-von-Graefe-Medaille an Kollegen verliehen, die in der Medizinischen Wissenschaft, Forschung und Lehre herausragende Leistungen erbracht haben. Bisher erhielten die Medaille R.W.Schlesinger (1981), Hans Herken (1981), Ernst Ruska (1983) und Heinz-Günter Wittmann (1984), Robert C. Gallo (2002), Helmut Kewitz (2003), Klaus Aktories (2005), Hans Scherer (2006), Günter Stock (2008), Ivar Roots (2010), Gerd-Rüdiger Burmester (2015) und Michael Foerster (2017). 

Vor der Verleihung im Jahr 2002 musste der Vorstand feststellen, dass alle Medaillen vergeben waren. So wurde 2001 die Medaille von Ernst Ruska, Nobelpreisträger und Mitglied in der Gesellschaft, aus dem Archiv der Max Planck-Gesellschaft ausgeliehen, die als Vorlage für eine Neuprägung diente.

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Die ausführliche Geschichte ist dargestellt in der pdf-Datei, die Sie über einen Link oben unter der Überschrift dieses Artikels öffnen können.